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Tiermaler Carl Jutz

Porträt um 1870 von Carl Jutz

Unter den Tiermalern der Gründerzeit kann Carl Jutz (1838 - 1916) als einer der Bekanntesten gelten. Seine typischen Geflügelgenres verschafften ihm über seine Wirkungsstätten München und Düsseldorf hinaus internationales Renommee.

Geboren wurde Carl Jutz (der Ältere, wie er sich später nannte, nachdem sein gleichnamiger Sohn sich als Landschaftsmaler einen Namen gemacht hatte) am 22. September 1838 in Windschläg. Er war das vierte von neun Kindern des Schuhmachers Joseph Jutz und dessen Ehefrau Ottilia geb. Zettwoch. Carl Jutz entstammt keinesfalls einer kunstsinnigen Familie, seine Vorfahren waren Handwerker, Tagelöhner oder Landarbeiter.

1845 zog Joseph Jutz mit seiner Familie in das kleine Dorf Beuern, heute im Stadtteil Lichtental in Baden-Baden. Der Anlass für den Umzug ist nicht bekannt. Möglicherweise war die wirtschaftliche Situation in Windschläg und Umgebung der Grund. Die Mitte des 19. Jahrhunderts ging später als Not- und Hungerjahre in die Geschichte des Ortes ein. In Lichtental wurde die Familie von Schicksalsschlägen getroffen. Im Februar 1848 verloren die Kinder die Mutter und eines der Geschwister. Ein weiterer Bruder von Carl Jutz verstarb zwei Jahre später. Im Herbst 1853 verließ Joseph Jutz Deutschland und wanderte samt Familie nach Amerika aus. Lediglich der damals 15jährige Carl blieb in Beuern zurück. Er nahm Verbindung zu dem in Baden-Baden arbeitenden holländischen Maler August Knip auf. Von diesem bekam er die ersten Anleitungen zur Tiermalerei. Am 11. April 1861 verzog er nach München. Nachdem er zunächst seinen Lebensunterhalt mit Porträts bestritt, wandte er sich nach und nach dem Tiergenre zu. Auf Studienreisen fand er Kontakt zu Düsseldorfer Malern und ließ sich 1867 in Düsseldorf nieder. Am 15.6.1868 heiratete er Sybilla Karolina Adloff und bezog mit ihr ein Haus, in dessen großem Garten auch Enten- und Hühnerställe angelegt wurden. Seine Motive fand er somit auch direkt vor der Haustür. Carl Jutz verzeichnete beachtliche Erfolge, insbesondere als Gefllügelmaler. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Pfaffendorf bei Koblenz. Er verstarb am 31. August 1916.